Krawatten Guide

Welcher Krawattenknoten zu welchem Anlass? Welche Krawattenfarbe zu welchem Hemd? Hier erfahren Sie es!


Krawattenknoten

Hier geht es zu den verschiedenen Krawattenknoten. Wir erklären, wie die Knoten gebunden werden, zu welchem Anlass sie getragen werden können und zu welcher Figur welcher Knoten passt. Schauen Sie doch mal, welcher Knoten perfekt für Sie ist!


Farben

Krawatten sind der Mode unterworfen. So orientieren sich  Stoffqualität, Muster und Farbe nach aktuellen Trends sowie der Saison (ob Sommer oder Winter). Es kann also sein, dass im einen Jahr große Streifen, im nächsten Jahr kleine Punkte und danach das Jahr plötzlich Blumenmuster beliebt und angesagt sind.

 

Neben den sich immer verändernden Modetrends gibt es allerdings auch Klassiker unter den Krawatten. Sie sind eine sinnvolle Ergänzung für den Kleiderschrank, da sie für viele Anlässe die richtige Wahl darstellen. Zu typischen Klassikern könnte man die schwarze und die rote Krawatte in jedem Fall zählen. Auch dunkelblau oder silber sind klassische Farben, die man immer tragen kann.

 

Modefarben wie rosa, gelb oder orange sind dagegen wahre Hingucker und setzen dem Outfit einen Akzent. Allerdings sind es eben Trendfarben, die auch wieder aus der Mode geraten können. Dann hängen diese Krawatten nur noch ungenutzt im Schrank.


Stoffe und Materialien

Krawatten gibt es aus verschiedenen Materialien und in verschiedenen Ausarbeitungen. Die häufigsten Materialien sind Seide und Polyester. Leider kann man nicht sagen, dass reine Seide gleich ein absolutes Qualitätsmerkmal ist, jedoch sind die Trageeigenschaften bei reiner Seide meist angenehmer. Dies liegt daran, dass man bei Seidenkrawatten nicht so schnell schwitzt wie bei Synthetikkrawatten. Sie lassen mehr Luft an den Hals.

Bei Seidenkrawatten sollte man darauf achten, dass sie aus einem schwereren Gewebe gefertigt sind. Ist der Stoff zu leicht, leidet die Krawatte, wenn sie häufig gebunden wird und sie fällt nicht so elegant. Am besten lässt sich dies durch Fühlen herausfinden. Schwerere Seidenstoffe haben auch eine elegantere, voluminösere Optik. Das kommt dem Erscheinungsbild zu Gute.

 

Im Buch "Krawatten-Knigge" von Nina Pohlmann heißt es: "Als Faustregel gilt: schwere Seide leidet weniger unter dem ständigen Verknoten als leichte." Das kann sich jeder gut merken.

 

Ausgefallenere Materialien wären Wolle, Kashmir und Baumwolle.

Strukturen und Oberflächen

Seiden- und Sythetikkrawatten gibt es mit verschiedenen Oberflächenstrukturen. Die einfachsten haben eine glatte Oberfläche mit einem seidigen Glanz. Etwas mehr Struktur bekommt eine unifarbene Krawatte durch eine feine Rippenstruktur. So bricht sich das Licht anders. Auffälligere Muster können entweder eingestickt oder als Webmuster gearbeitet sein. Diese können entweder Ton-in-Ton sein oder in mehreren Farben gewebt sein. Je nach Hemd, Anzug und Anlass kann man so jedem Outfit das gewisse Etwas verleihen und ist immer perfekt gekleidet.

 

Besondere modische Highlights sind Krawatten, welche nicht aus klassischem Satin sondern zum Beispiel gestrickt oder aus Wolle gefertigt sind.

Wollkrawatten haben den Vorteil, dass sie nicht nur schick aussehen, sondern auch noch den Hals wärmen. Allerdings sollte man kleinere Knoten damit binden, da Knoten aus Wollkrawatten schnell sehr voluminös werden. Mit einfarbigen Wollkrawatten in gedeckten Farben kann man auch kaum falsch liegen.

Strickkrawatten hingegen wirken sehr leger. Sie sind oft aus Baumwolle und haben eine sehr grobe Struktur. Bei der Kombination sollte man die Krawatte in den Vordergrund setzen. Das Hemd sollte nicht zu auffällig sein, da sonst Hemd und Krawatte konkurrieren.

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Foto: William Stitt on Unsplash

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Muster

Bei gemusterten Krawatten unterscheidet man zwischen Muster und Motiv. Muster haben einen regelmäßigen Rapport und bedecken die gesamte Krawatte. Motive sind plakativer, vereinzelt und sehr groß. Fantasiemuster und -motive können schnell schrill wirken und sind meist für legerere Outfits passender. Dezente Muster wie farbige kleine Punkte auf kontrastierendem Untergrund sind hingegen sehr elegant.

Mikromotive haben den interessanten Effekt, dass das Gegenüber zweimal hinschauen muss. Es ist nicht sofort ersichtlich, ob eine Krawatte uni oder fein gemustert ist. So ergibt sich eine spannende Optik.

 


Geometrische Muster wie Streifen oder Karos vereinen meist mehrere Farben in einer Krawatte. Dies bietet den Vorteil, dass sie zu verschiedenen Hemden und Anzügen kombinierbar sind. So schafft man Kombinationsvielfalt im Schrank und braucht nicht für jedes Hemd die passende Krawatte.

Stilvoll sehen zudem auch Paisleymuster sowie Streublumen aus. Diese gibt es entweder in größeren Motiven oder in kleineren und feineren Ausführungen. Dies unterliegt hauptsächlich der Mode.

Hat man die Wahl zwischen eingewebten und gedruckten Mustern, so sind eingewebte Muster edler und ästhetischer. Die Mustervielfalt ist allerdings durch den Herstellungsprozess begrenzt. Print-Krawatten bergen indes das Risiko schnell schrill und zu bunt zu wirken, da es möglich ist alles Erdenkliche auf die Krawatten zu drucken. Man sollte also Stilbewusstsein walten lassen, um nicht ein Mode-Faux-Pas sich umzubinden.


Wie sitzt die Krawatte richtig?

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Foto: Olu Eletu on Unsplash

Die wichtigste Eigenschaft einer Krawatte zum Outfit ist die Länge.

Das Krawattenende sollte mit der Spitze auf Höhe der Oberkante des Hosenbundes oder des Gürtels enden. Dazu sollte man beachten, dass man den Knoten erst bindet, wenn die Hose auf der Höhe sitzt, nachdem man sie schon eine kurze Weile getragen hat. Man neigt dazu, die Hose beim Anziehen sehr hoch zu ziehen. Bindet man dann die Krawatte, wird sie im Laufe des Tages zu kurz erscheinen.

Sie beeinflussen bereits die endgültige Länge der Krawatte, wenn Sie sich diese um den Hals legen und die beiden Enden vor sich haben. Das schmale Ende darf nicht tiefer hängen als das breite und das breite Ende hängt etwa auf Gürtelhöhe. Eine einheitliche Startposition für alle Knoten gibt es allerdings nicht, da jeder Knoten unterschiedlich viele Umwicklungen und Verknotungen hat.

Sollte die Krawatte nach dem Knoten zu lang oder zu kurz sein, machen Sie sich also besser die Mühe, die Krawatte neu zu knoten. Doch insgesamt kann man sagen, dass die Krawatte eher ein Stückchen zu kurz als zu lang sein sollte.

Komplizierter wird es bei sehr großen oder kleinen Männern oder bei Männern mit kräftigem Bauch.

Sehr große Männer und Männer mit kräftigem Bauch sollten Krawattenknoten auswählen, welche nur wenige Umwicklungen haben. Doch je höher das schmale Ende der Krawatte sitzt, umso schmaler und kleiner wird der Knoten. Dies sieht unvorteilhaft bei großen und kräftigen Männern aus. Einerseits könnte man voluminösere Stoffe verwenden, doch die bessere Lösung wären extralange Krawatten. So hat man genug Länge um schöne Knoten zu binden.

 

Kleine Männer haben im Gegensatz das Problem, dass wenn das vordere Ende auf der richtigen Höhe sitzt, das hintere Ende zu lang sein könnte. Das zu lange schmale Ende sollten Sie allerdings nicht in die Hose oder zwischen zwei Knöpfen in das Hemd stecken! Besser wäre es stattdessen Knoten auszuwählen, die viele Umwicklungen benötigen um die Mehrlänge im Knoten unterzubringen. Wichtig ist allerdings, dass Sie dazu dünne Stoffe verwenden sollten, da zu voluminöse und breite Knoten ebenfalls unvorteilhaft aussehen werden.

Der perfekte Sitz des Knotens

Wichtig für die Wahl des Krawattenknotens ist auch die Form des Hemdkragens. Liegen die Spitzen des Kragens nah bei einander, bietet sich nur wenig Platz für einen extra voluminösen Knoten. Andersherum würde bei einem Haifischkragen, bei dem die Kragenspitzen sehr weit auseinander liegen, ein sehr schmaler dünner Knoten sehr verloren aus.

Der Knoten sollte den Kragenausschnitt gut ausfüllen, allerdings dürfen sich die Kragenspitzen nicht vom Hemd abheben, weil der Knoten sich darunter schiebt. Neben dem Knoten sollten die Seitenstränge der Krawatte nicht mehr sichtbar sein.

Interessante Lektüre für alle, die mehr wissen wollen!

Krawatten-Knigge

Zeigen Sie sich stilsicher in jeder Situation

Nina Pohlmann, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, 2007

ISBN 978-3-8338-0518-9